Wie gut sind Späne und andere Alternativen als Einstreu?

Mit Sägespänen ist das Misten schnell und leicht getranKommt ein Einstreu aus Stroh aufgrund von Allergien oder übermäßigem Fressen nicht in Frage, nutzen heute viele Besitzer für die Boxen ihrer Pferde Späne. Hobelspan-Streu wird aus entstaubten Weichholz-Spänen hergestellt und in Pressballen geliefert.

Sie sind fast völlig staubfrei, binden durch ihre hohe Saugkraft den Ammoniak und sorgen für ein besseres Stallklima. Durch die natürlichen bakterienhemmenden Sunstanzen im Holz sind sie frei von Schimmel und Pilzen und deshalb besonders gut für Pferde mit Allergien und Atemwegserkrankungen. In der Regel wird eine Einstreu aus Spänen auch nicht gefressen, wenn ausreichend zusätzliches Raufutter und Beschäftigung vorhanden ist. Auch das Mistvolumen und der Aufwand beim Misten und Einstreuen reduzieren sich deutlich.

Späne sind nur schwer zu entsorgen

Den größten Nachteil haben Späne aber bei der Entsorgung: da sie nur langsam verrotten und sich kaum zum Düngen eignen, muss die Einstreu unter Umständen als Müll entsorgt werden.

Unser Fazit: Ideal für staubempfindliche Pferde, aber sehr teuer in der Entsorgung und muss vom Pferdebesitzer oft selbst eingekauft werden.

Eher wenig bekannt: Hanf und Papier

In Österreich und den Niederlanden wird häufig Hanf als Einstreu für die Pferdeboxen genutzt. Hanfspäne sind ein Abfallprodukt der Hanffasergewinnung und werden aus den Schäben der verholzten Hanfstängel hergestellt. Diese Einstreu staubt nicht und ist sehr saugfähig, bindet also wie alle anderen Alternativen Ammoniak und Staub sehr gut und sorgt so für ein angenehmes Stallklima. Daneben ist eine Einstreu aus Hanf nicht nur sehr staubarm und deshalb für Allergiker und Pferde mit Atemwegserkrankungen geeignet, es wird in der Regel auch nicht gefressen. Auch die Entsorgung ist kein Problem. Aber: Frisst ein Pferd aus Langeweile oder Hunger seine Einstreu trotzdem, kann es im schlimmsten Fall zu Schlundverstopfungen oder Kolik kommen!

Weibliche Hanfpflanzen können als Einstreu für Pferde hergenommen werden

In irischen Rennställen werden die Boxen schon lange mit Papier eingestreut. Die aus gehäckseltem Altpapier bestehende Einstreu saugt sich schnell und gut voll, staubt nicht und wird nicht gefressen, ist also für Pferde mit Allergien und Übergewicht eine ideale Einstreu. Es verrottet sehr gut und ist preiswert.

Aber: Papier muss viel häufiger gewechselt werden, da es sehr schnell schimmelt. Bei einer Einstreu aus Papier unbedingt auf reine Baumwollfaser oder Naturfaser achten! Altpapier sollte nicht zum Einstreuen verwendet werden, da die Druckerschwärze für Pferde ungesund ist, wenn sie über das Futter aufgenommen wird!

Weitere Alternativen wären Torf oder Reisschalen, sogenannte "cascarilla", oder Algen mit Sand, die antiparasitär wirken und sehr sauber sind. Allerdings sind diese Einstreumöglichkeiten hier sehr unbekannt und rar. 

Papierschnipsel sind zwar billig, aber mit Druckerschwärze ungeeignet

Unser Fazit: Hanf und Papier können bei ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten und genügend Raufutter eine gute Alternative zum Stroh sein, vor allem bei Papier sollte man aber auf die Herstellungsart achten.