Westernreiten: Die Disziplinen

Das Westernreiten bietet verschiedene Disziplinen u.a. Pleasure, Trail, Reining und Western Ridung. Hier eine Übersicht: Pleasure Diese Prüfung soll – wie der englische Name schon sagt – Vergnügen bereiten. Bei dieser Prüfung werden die Pferde in der Gruppe in den drei Grundarten auf beiden Händen vorgestellt. Die Richter bewerten die Gänge der Pferde und die Harmonie zwischen den Menschen und ihren Vierbeinern und den angemessenen losen Zügel. Besonderen Wert legen die Richter auf ein sehr langsames Grundtempo. Es gibt Junior-Pleasure-Prüfungen für drei- und vierjährige Pferde, die beidhändig auf Trense oder Bosal geritten werden dürfen, und Senior-Pleasure-Prüfungen für fünfjährige und ältere Pferde, die von den Reitern einhändig mit Kandare vorgestellt werden müssen. Trail In den Trailprüfungen geht es darum, einen Hindernisparcours zu überwinden. Die Richter bewerten hierbei die möglichst unsichtbaren Hilfen des Reiters und den Gehorsam des Pferdes. Zudem wollen die Richter auch sehen, dass der Vierbeiner bestimmte Aufgaben selbstständig löst. Folgende Standarthindernisse sind vorgeschrieben: - ein Tor, welches geöffnet, durchritten und geschlossen werden muss, ohne es loszulassen; - eine Wippe oder Brücke: - Reiten über mindestens vier Stangen im Schritt, Trab und Galopp; - Rückwärtsrichten um Markierungen herum oder durch eine L-Form. Dazu kommen eine große Auswahl von Hindernisse, die der Reiter selbst auswählen kann, z.B. Überreiten von Plastikplanen oder kleine Sprünge. Reining Diese Disziplin ist besonders spektakulär, denn es wird ausschließlich im Galopp mit hohem Tempo und losem Zügel geritten. Die Reiter müssen möglichst gerade Run-Downs zeigen, also schnellen Galopp auf geraden Linien mit anschließenden Sliding Stop, bei dem das Pferd einige Meter auf der Hinterhand rutschen soll. Gezeigt werden zudem kleine, langsame und große sehr schnelle Zirkel, oft in Form einer Acht geritten in Verbindung mit fliegenden Wechseln. In Reining-Prüfungen zeigen die Reiter zudem rasante Wendungen aus dem Galopp um 180 Grad in den Galopp, sogenannte Roll Backs und trabartig gelaufene Wendungen um 360 Grad (Spins) sowie schnelles Rückwärtsrichten über mehrer Meter. Dabei soll der Reiter das Pferd trotz des losen Zügels hundertprozentig unter Kontrolle haben. Western Riding In dieser Disziplin kommt es vor allem darauf an, dass Reiter und Pferd den fliegenden Wechsel perfekt beherrschen. Die Prüfung beginnt damit, dass der Reiter ein Tor durchreitet. Dann muss er einige Stangen im Trab überwinden. Danach müssen Pferd und Reiter an der langen Seite Markierungen mit jeweils fliegendem Wechsel in der Mitte zu umreiten. Schließlich folgen vier Schlangenlinien, bei denen jeweils fliegende Wechsel auf der Mittellinie zu reiten sind, ein gerades Abwenden auf die Mittellinie im Galopp und gerades Rückwärtsrichten. Western-Horsemanship Bei dieser Prüfung wird eine kurze Reiningaufgabe mit einer kurzen Pleasure-Prüfung kombiniert. Alle Reiter befinden sich in der Bahn und reiten nacheinander den ersten Teil der Prüfung. Die besten Teilnehmer absolvieren dann noch die Pleasure Aufgabe, die über die Platzierung entscheidet. Cutting Beim Cutting muss vor allem das Pferd sein selbstständiges Können unter Beweis stellen. Der Reiter zeigt dem Vierbeiner durch eine unsichtbare Hilfe, dass es ein Rind aus der Herde aussondern und ihm den Weg zurück zur Herde abschneiden soll. Die Richter bewerten, wie geschickt und selbstständig das Pferd arbeitet. Wenn der Reiter korrigieren muss, gilt das als Fehler. Working Cowhorse Diese Prüfung besteht aus zwei Teilen: Dry Work und Fence Work. Dry Work bezeichnet eine normale Reinig Prüfung. Beim Fence Work muss der Reiter mit einem einzelnen Rind arbeiten. Dies muss innerhalb einer vorgegebenen Zeit entlang der Bande mehrmals gestoppt und in eine Achter-Figur hineingetrieben werden. (Quelle: Kerstin Diacont, „Westernreiten“ in Handbuch Pferd, BLV Verlagsgesellschaft)