Verladekurs mit Christiane Oestreich am 20.09.2008 auf dem Wernershof in Ober-Mockstadt

VerladetrainingAm 20.09.2008 fand auf dem Wernershof in Ober-Mockstadt ein Verladekurs mit der Pferdetrainerin und Tierheilpraktikerin Christiane Oestreich statt. 5 Teilnehmer mit den unterschiedlichsten Pferden – vom Jährling bis zum erwachsenen Pferd, ohne Verladeerfahrung, mit Angst oder einfach auch nur widersetzlich und ein "Härtefall" – hatten sich zu diesem praxisorientierten Verladetraining eingefunden. Zunächst wurde in einer Einführungsrunde erfragt, was sich die einzelnen Teilnehmer von dem Kurs versprachen bzw. an welchen Problemen gearbeitet werden sollte. Christiane Oestreich wies dabei darauf hin, was alles zunächst zu beachten wäre, bevor sich die Teilnehmer an den Anhänger begaben. Was haben die einzelnen Teilnehmer schon für Erfahrungen mit dem Verladen gemacht? Wie reagieren die jeweiligen Pferde, wenn man sie an den Anhänger heranführt? VerladetrainingHier gilt es, die Situation richtig einschätzen zu lernen, damit man einem ängstlichen Pferd die Angst vor dem Einsteigen nimmt bzw. dem offensichtlich widersetzlichen Pferd mit bestimmter Konsequenz den Weg in den Anhänger weist. In beiden Fällen ist es das Ziel, dass das Pferd den Menschen in jeder Situation als ranghöher anerkennt und ihm wie in der Herde dem Herdenchef überall hin bedingungslos folgt. So ist das Verladen auch als ganz normale Gehorsamsübung anzusehen, bei der sich sehr schnell zeigt, wer "leitet". Es ist vergleichbar mit Bodenarbeit, bei der ebenso das Ziel ist, dass das Pferd in jeder Situation dem Menschen willig folgt – vorausgesetzt, es hat zuvor keine schlechten Erfahrungen gemacht und dadurch das Vertrauen in den Menschen verloren. Deshalb ist es natürlich oberstes Gebot, wenn man das Pferd verladen hat, seine Fahrweise dementsprechend anzupassen, dass die Fahrt für das Pferd möglichst stressfrei wird. Dabei darf man sich nicht von Dränglern im Straßenverkehr beeindrucken und zu einer hektischen Fahrweise nötigen lassen. Ein weiterer, oft nicht beachteter Aspekt beim Verladen ist die eigene Unsicherheit oder gar Angst desjenigen, der das Pferd verladen will. Hier war es Christiane Oestreich wichtig, über die möglichen Ängste der einzelnen Teilnehmer zu sprechen und gezielt dagegen zu arbeiten, damit sich das Pferd beim Verladen nicht von der eigenen Angst "anstecken" lässt. Es ist ganz normal, dass man beim Verladen meistens selbst aufgeregt ist, weil man es häufig nicht üben kann, um darin Routine zu bekommen. Aus diesem Grund wollte Christiane Oestreich nicht nur am Umgang mit dem Pferd beim Verladen arbeiten, sondern auch ganz gezielt dem jeweiligen Besitzer eine gründliche Anleitung an die Hand geben, damit er in Zukunft ohne fremde Hilfe ruhig und konsequent sein Pferd selbst verladen kann. Hierfür sei es auch wichtig, z.B. beim Verladen auf einem Turnierplatz möglichst nur mit einem weiteren, bekannten Helfer zu arbeiten und "Verladeangebote" Fremder abzulehnen, weil dabei häufig ein Verladeproblem überhaupt erst entsteht oder sich verschlimmert, wenn jemand Fremdes Hand an das ihm unbekannte Pferd legt. Ebenso sollte man selbst darauf verzichten, Fremden beim Verladen zu helfen, weil es hier genauso zu schweren Unfällen mit dem unbekannten Pferd kommen kann. VerladetrainingNachdem sämtliche Fragen im Vorfeld beantwortet waren, begaben sich die Teilnehmer zum Anhänger, wo zunächst das weitere Vorgehen besprochen bzw. "Trockenübungen" gemacht wurden. Hierzu stellte Christiane Oestreich ihr Welsh-B-Pony Montana zur Verfügung, mit dem die Teilnehmer das korrekte, stressfreie Einsteigen üben konnten, um selbst sicherer zu werden. Anschließend kamen die Pferde der Teilnehmer an die Reihe. Christiane Oestreich demonstrierte den Teilnehmern nach einander mit den einzelnen Pferden, wie man in dem entsprechenden Fall vorgehen sollte. Bei manchen Pferden reichte der Einsatz des Halfters mit Strick und einer langen Dressurgerte zum Touchieren der Hinterhand, wenn das Pferd vorwärts gehen oder seitlich weichen sollte. Dabei ging Christiane Oestreich mit Blickkontakt vor dem Pferd in den Anhänger, um dessen Reaktion bzw. Kooperation immer einschätzen zu können. Bei den "büffeligeren" Kandidaten und dem "Härtefall", der sich durch Steigen zu entziehen versuchte, tat zusätzlich zur langen Gerte ein gut sitzender Kappzaum mit einer Longe statt eines Halfters gute Dienste. Mit Hilfe des Kappzaums, in dessen mittelstem Ring die Longe gehakt wird, ist es gut möglich, den Pferdekopf auf kurze Distanz zu fixieren. Damit nimmt man dem Pferd die Möglichkeit, sich seitlich zu entziehen. Ebenso ist es gezwungen, sich auf den Menschen zu konzentrieren. Diese Kandidaten sahen mit der Methode sehr schnell ein, dass ein Weglaufen sinnlos ist, fügten sich nach kurzem, nutzlosem Widersetzen und stiegen artig in den Anhänger ein. Nach ausgiebigem Lob wurde das Einsteigen sofort noch mal verlangt, um das eben Gelernte zu verfestigen. Reibungslos gingen alle Pferde nochmals auf den Anhänger. Ein paar Pferde neigten darüber hinaus dazu, beim Abladen schnell die Rampe herunter zu rennen, so dass man sie dabei nur schwer halten konnte. Diese Pferde wurden nach dem Rausrennen sofort wieder verladen, mussten dabei jedoch auf der Rampe und beim Einsteigen immer mal wieder zunächst anhalten und wurden ein bis zwei Schritte rückwärts gerichtet, bevor sie wieder vorwärts gehen durften. Als sie anschließend nach dem vollständigen Einsteigen wieder die Rampe komplett runter gehen sollten, waren sie bei weitem nicht mehr so hektisch im rückwärts Gehen wie noch kurz zuvor. Auch hier war ein sehr schneller Lerneffekt sichtbar. Anschließend wurden die Besitzer mit in das Verladen einbezogen und bekamen eine umfassende Anleitung, auf die eben geschilderte Weise ihr Pferd alleine zu verladen. Alle Pferde arbeiteten auch hier wieder gut mit und ließen sich ebenfalls von ihren Besitzern ohne Anstrengung verladen. Nach dem Mittagessen wurde das zuvor Gelernte von allen Teilnehmen nochmals umgesetzt. Kein Pferd, das sich am Vormittag noch mit Ängstlichkeit, Widersetzlichkeit oder zu schnellem Aussteigen präsentiert hatte, machte am Nachmittag beim erneuten Verladen nennenswerte Probleme. Und auch die Besitzer gingen mit viel mehr Ruhe und Entspannung an die Sache.
Alle Teilnehmer waren sich daher einig, dass dieser Kurstag sehr gelungen war, man die unterschiedlichsten "Kandidaten" kennen gelernt, viel "mitgenommen" sowie an sich selbst und der eigenen Unsicherheit gearbeitet hatte. Weitere Infos und Kontakt unter: www.tierheilpraxis-oestreich.de