Unfallgefahr in der Pferdebox

Linsho hat eine große Wunde am Bein. Der Holsteiner Wallach von Katharina Krambeck lahmt und kann nicht geritten werden. "Wahrscheinlich hat er sich irgendwo in der Box verletzt", meint die Schülerin. Ein Glück hat sie die Wunde gleich versorgt. In ein paar Tagen wird ihr Pferd wieder fit sein. Auf welche Weise sich der Wallach verletzt hat, läßt sich nicht feststellen. Linsho hat einer große geräumige Box, ohne Ecken und Kanten. Da gibt es auch keine herausstehenden Nägel oder Holzsplitter. Aber gerade jetzt, wenn die Pferde länger im Stall stehen, passieren mit Pferden häufiger Unfälle in der Box und lassen sich manchmal auch trotz bester Vorsorge nicht vermeiden. Umso mehr gilt es, Ursachen, die verhindert werden könnten, auszuschließen.  Im Bereich möglicher Hufaktionen muss zum Beispiel der Abstand der Gitter unter 6 cm oder über 20 cm betragen. Im Kopfbereich müssen die Gitterstäbe beim Normalpferd kleiner als 17 cm oder größer als 35 cm sein. Scharfe Kanten müssen abgerundet werden. Nischen, in die Pferdebeine gelangen könnten, müssen verkleidet werden und vorstehende Nägel müssen entfernt werden.

Drallschlagnägel sind Holznägel mit Gewinde, die genauso wie normale Nägel mit dem Hammer eingeschlagen werden. Sie sind im Pferdestall wesentlich ungefährlicher als normale Holznägel, denn sie kommen nicht wie glatte Nägel aus dem Holz heraus, wenn das Pferd mit den Hufen gegen die Wände schlägt. Grobe Unebenheiten im Boxenboden, die als Folge baulicher Fehler oder durch scharrende Pferdehufe entstanden sind, sind in einer engen Box ebenfalls eine Gefahr.

Ein Pferd kann sich leicht festlegen und hat dann keine Chance, sich selbst zu befreien, weil es an Platz dazu fehlt. Es braucht zum Aufstehen vor seinem Körper mindestens einen Meter Platz. Wenig beschäftigte Pferde neigen dazu, sich in erhöhte Bereiche der Box zu stellen. Dabei können sie mit den Vorderfüßen in die Krippe gelangen. Ist der Krippenboden brüchig, sacken sie ein und verletzen sich schwer. Pferde verweigern die Wasseraufnahme, wenn das Wasser nicht absolut sauber ist. Kot in der Selbsttränke kann durch die damit verbundene fehlende Wasseraufnahme des Pferdes zu Koliken und anderen schweren inneren Erkrankungen führen. Ein horizontal angebrachter Balken 60 cm vor der Selbsttränke verhindert die Verschmutzung der Selbsttränke, wenn das Pferd, seinem Instinkt nachkommend, durch Kotabsatz an wichtigen Stellen der Box seinen Intimbereich markieren möchte.