Reiten: Springen

Die Pferdesportdisziplin Springen entstand aus der Jagdreiterei. Erste „Preisspringen“ über ein oder mehrere künstliche Hindernisse begannen um 1900. Den modernen leichten Springsitz setzte der italienische Rittmeister Federico Caprilli durch. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts saßen die Reiter beim Springen weit zurückgelehnt im Sattel und hatten die Füße nach vorn gestreckt, um sich bei der Landung gut abstützen zu können.

Seit 1912 gehört das Springen zu den olympischen Sportarten. Die offizielle internationale Bezeichnung für ein Springturnier ist Concours Saut obstacle (CS), im britischen Sprachraum wird die Disziplin als Showjumping bezeichnet.

In einer  Springprüfung muss der Reiter einen Parcours mit einer vorgeschriebenen Zahl von Hindernissen zu überwinden. Die einzelnen Hindernisse können sich dabei auch aus mehreren Sprüngen zusammensetzen, zum Beispiel "zweifache" oder "dreifache" Kombinationen. Zudem gibt es verschiedene Hindernistypen: Steilsprünge, Hochweitsprünge (z.B Oxer) und offene und überbaute Wassergräben. Sieger ist, wer alle Hindernisse ohne Strafpunkte in der schnellsten Zeit absolviert. Strafpunkte gibt es für Abwürfe, Stürze und Verweigerungen und für Zeitüberschreitung.

Die Hindernisse sind normalerweise bis zu 1,60 Meter hoch und zwei Meter tief. Wassergräben dürfen maximal 4,50 Meter weit sein. Diese Masse werden beim Derby und bei Mächtigkeitsspringen deutlich überschritten. Neben den eigentlichen Springprüfungen bietet die Leistungs-Prüfungs-Ordnung auch Stilspringprüfungen, Springpferdeprüfungen und Springreiterwettbewerbe an. Springprüfungen werden national in den Klassen E bis S, international als Ein-, Zwei- oder Drei-Sterne-Prüfungen angeboten.

Die Ausbildungsmethoden der erfolgreichen Springreiter wurden in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Anfang der 90er Jahre sendete das TV-Magazin „Stern-TV“ ein Bericht über den Springreiter Paul Schockemöhle, der durch das sogenannte „Barren“ seine Pferde zu besseren Leistungen antrieb. Nach dem Absprung des Pferdes wird bei dieser umstrittenen Ausbildungsmethode die überquerte Stange angehoben, damit das Pferd die Beine besser anhebt. Dies ist für die Tiere natürlich sehr schmerzhaft und offiziell verboten. Dadurch ist das Springen in Verruf geraten. Viele Springreiter bemühen sich, das Ansehen ihres Sportes wieder zu verbessern.
2.11.2009/wem