Pferdehaltung im Freien

Viele Freizeitreiter bevorzugen mittlerweile den Offenstall, da sie für jede Rasse, Reitstil, Typ und Alter geeignet sind. Pferde sind Lauf- und Herdentiere, die in der Natur auf der Suche nach Nahrung oft 30-40 Kilometer zurücklegen. Dieses Verhalten können die Tiere im Offenstall nachgehen, da sie einen frei zugänglichen Stall haben und einen angeschlossenen befestigten Auslauf, der im Winter von der Weide abgegrenzt wird.

Ein Fressbereich im Offenstall

Das Pferd hat so jederzeit die Möglichkeit, sich zwischen dem geschützten Bereich und dem Auslauf hin und her zu bewegen. Eine separate Notbox sollte im Falle von Krankheit, Verletzung und Integration eines Neuankömmlings eingerichtet sein. Das Pferd muss nicht täglich vom Reiter bewegt werden und auch die Arbeit kann geteilt werden: Offenstallhaltung bedeutet oft Eigenarbeit bzw. Mithilfe, das heißt, selbst misten und füttern. Dafür muss man im Gegenzug weniger Stallmiete zahlen.

Unser Fazit: Verlangt diese Art der Pferdehaltung auch vom Reiter einen größeren Zeit- und Arbeitsaufwand, so ist es doch artgerechter für die Pferde, was sie entspannt im Training und mit gesunder Robustheit zeigen.

Ruhe und Gelassenheit in einer intakten Pferdeherde

Extra Laufwege im Aktivstall

Noch natürlicher soll der Aktivstall sein, der für alle Pferdegruppen geeignet ist. Bei dieser Art der Pferdehaltung wird eine kleine Herde in einem Stall ohne Boxen untergebracht mit Zugang zu einem großzügig angelegten Paddock und zumindest im Sommer zu einer Weide. Fress-, Ruhe- und Tränkebereich sind so angelegt, dass das Pferd zur Befriedigung seiner Bedürfnisse „aktiv“ werden muss, also zum Laufen animiert wird. Eine große, befestigte Lauffläche und Fressstände sowie eine kleine und ausgewogene Pferdegruppe ermöglichen Ruhe und minimieren das Verletzungsrisiko. Im Aktivstall spenden Automaten Futter, welche durch Responder oder Halsbänder aktiviert bis zu 20 Mal Kraftfutter und Heu ausgeben. Fressstände verhindern Futterneid, wodurch alte und rangniedrige Pferde in Ruhe fressen können. Gruppenhaltungen setzen immer eine intakte Pferdegemeinschaft voraus, die sich ständig verändern kann. Daher ist es nicht immer einfach, verschiedene Charaktere zu einer sozial ausgeglichenen Truppe zusammenzustellen.

Unser Fazit: Ermöglicht die Laufstallhaltung den Pferden auch bessere Sozialkontakte und Bewegungsmöglichkeiten, so sollte man doch die Risiken von zum Teil erheblichen Verletzungen nicht unterschätzen. Zudem ist sie für fütterungsintensive Pferde nicht geeignet.

Liebevoll sorgt sich die Stute um ihr Fohlen

Mitten in der Natur: Robusthaltung

Die höchste Lebensqualität haben die Pferde bei der Robusthaltung. Im Herdenverband auf hinreichend großen, wechselnden Weiden ganzjährig draußen gehalten, können sie sich ihrer Veranlagung entsprechend frei bewegen. Bäume und eine Weidehütte garantieren dabei Schatten- und Ruheplätze, auf die sich das Pferd bei Bedarf zurückziehen kann. Gestüte nutzen gerne diese sehr artgerechten Pferdehaltung, wo Zuchtstuten wie in der freien Natur ihren Nachwuchs aufziehen können. Und auch die bekannte Fohlenweide gehört zur Kategorie der Robusthaltung.

Unser Fazit: Für den Reiter bedeutet die Robusthaltung viel Zeitaufwand, wenn er sein Pferd aus dem weitläufigen Land holen möchte. Für das tägliche Reittraining ist diese Form der Pferdehaltung daher weniger geeignet.