Pferde: Vielseitigkeitsreiten

Die Vielseitigkeit ist der "Mehrkampf" innerhalb der Pferdesportdisziplinen. Sie ist neben Dressur und Springen die dritte olympische Reitsportart (seit 1912) und entstand aus dem Ausbildungsprogramm der Kavallerie. Die offizielle internationale Bezeichnung für die Vielseitigkeit ist "Concours complet" (CC), im britischen Sprachraum wird die Disziplin als Eventing bezeichnet.

Eine Vielseitigkeitsprüfung setzt sich aus den Teilen Dressur, Geländeprüfung und Parcoursspringen zusammen. Hierbei wird zwischen Kurzprüfungen (international: CIC) und "Großen" Vielseitigkeitsprüfungen (international: CCI) unterschieden. Weltweit gibt es 5 ****Geländestrecken: Badminton (England), Burghley (England), Kentucky (USA) und Adelaide (Australien). Seit 2005 ist auch Luhmuehlen (Deutschland) eine ****Geländestrecke und somit die einzige ****Geländestrecke auf dem europäischen Kontinent.

Für viele Reiter gilt das Vielseitigkeitsreiten als „Königsdisziplin“, weil Pferd und Reiter hier ihr Können in allen klassischen Disziplinen – Dressur, Springen und Geländereiten – zeigen müssen.

Die Dressurprüfung bildet den Auftakt einer Vielseitigkeit. Die zweite Teilprüfung ist der Geländeritt, bei Kurzprüfungen kann dies auch das Springen sein. Der wichtigste und bekannteste Teil einer Geländeprüfung ist der Ritt über eine mit Naturhindernissen ausgestatteten Geländestrecke, wobei der Reiter Strafpunkte für Hindernisfehler (z.B. Verweigern, Vorbeilaufen oder Sturz) oder Zeitfehler für Überschreiten der erlaubten Zeit kassieren kann. Bei einer "Großen" Vielseitigkeitsprüfung gehen der eigentlichen Geländestrecke zwei Wegestrecken und eine Rennbahn mit einigen typischen Rennbahnhindernissen voraus. Das Parcoursspringen entspricht den Regeln der Spezialdisziplin Springen. Auch hier können Strafpunkte für Abwürfe, Stürze und Verweigerungen sowie für Zeitüberschreitung hinzukommen. Sieger ist am Ende derjenige Teilnehmer mit der geringsten Strafpunktezahl.

Die Vielseitigkeitsprüfung stellt als kombinierter Wettkampf geringere Anforderungen in den Spezialdisziplinen, setzt aber eine deutlich höhere Kondition und Ausdauer von Reiter und Pferd voraus. Das typische Vielseitigkeitspferd muss nicht nur über gute Grundgangarten, sondern auch über ein gutes Spring- und Galoppiervermögen verfügen.

Neben den eigentlichen Vielseitigkeitsprüfungen bietet die Leistungs-Prüfungs-Ordnung auch (Stil-) Geländeritte, Geländepferdeprüfungen und kombinierte Prüfungen (bei denen alle drei Teile separat bewertet werden) an. Sie dienen der Hinführung von Reiter und Pferd an den Vielseitigkeitssport. Die Vielseitigkeitsprüfung werden national in den Klassen E bis S, international als Ein-, Zwei-, Drei- oder Vier-Sterne-Prüfungen angeboten.
(Quelle: FN)
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