Interview mit Pierre Durand zu Jappeloup - eine Legende

JAPPELOUP - der KinofilmPierre Durand (Guillaume Canet) ist jung, smart und besessen vom Erfolg. Anfang der 80er Jahre steht er am Beginn einer brillanten Anwaltskarriere. Doch völlig unerwartet wirft er alles hin und widmet sich mit Leib und Seele seiner früheren Leidenschaft, dem Springreiten.

Mit Unterstützung seines Vaters (Daniel Auteuil) setzt er alles auf ein junges Pferd, an das sonst niemand glaubt: den zu kleinen und temperamentvollen Jappeloup. Gemeinsam bestreiten sie Wettstreite und durchleben Höhen und Tiefen an der Spitze des Reitsports.

Der Film JAPPELOUP - EINE LEGENDE beruht auf der wahren Gegebenheit von Pierre Durand und wurde nun verfilmt. Es ist seine Geschichte, die erzählt wird und ab dem 06.02.2014 auf Leinwand zu sehen ist.

Lieb kümmert man sich um das schwarze Springpferd

pferdeanzeiger.at hat die Chance der Koch Media Agentur ergriffen, Pierre Durand in einem Interview auf seine Erfahrungswerte mit Springpferden anzusprechen. Fragen, die seine persönliche Sicht des Pferdesports schildern und interessante Antworten, die jeden Pferdesportler lauschen lassen:

Koch Media:

Hatten Sie während Ihrer Springkarriere viele schwierige und temperamentvolle Pferde?

Durand:

Also zunächst einmal, hatte ich nicht sehr viele verschiedene Pferde.  Alle Pferde haben mir die Möglichkeit gegeben, weitere Fortschritte zu machen und weiterzukommen.

Ich hatte natürlich schon schwierige Pferde, aber besonders in Erinnerung geblieben ist mir ein Pferd, welches ich ganz am Anfang hatte, „Laudanum“, es war angenehm einfach zu reiten.

Spannung im Reitsport mit JAPPELOUP

Koch Media:

Welche Pferderassen oder Pferde sind Ihrer Meinung nach gute Springpferde oder die besten Springpferde?

Durand:

Es ist schwierig darauf zu antworten. Eigentlich kann man nicht mehr von Rassen sprechen, denn es sind meist Mischungen: Deutsches, französisches, holländisches Blut. Also immer eine Mischung. Ganz allgemein gesagt sind insbesondere die deutschen Pferderassen  sehr, sehr gut. Die Hannoveraner, die Westphalen und die Holsteiner.

Pferd und Reiter sicher über dem Sprung

Koch Media:

Woran erkennt man Ihrer Meinung nach ein gutes Springpferd?

Durand:

An seiner Art zu laufen und wie es die Hinterbeine bewegt.

Koch Media:

Welches war Ihr Lieblingspferd und warum?

Durand:

Ich würde sagen „Laudanum“, den ich vorhin erwähnte. Es war ein einfaches Pferd und sehr verspielt. Vielleicht liegt das daran, dass es mein erstes großes Pferd war, ich war damals 20, mit 20 hat man noch das ganze Leben vor sich. Es war für mich eine sehr wichtige  Zeit.

Koch Media:

Haben Sie Ihre Trainingsmethode im Laufe der Jahre geändert und gibt es dafür einen bestimmten Grund oder ein Erlebnis, das dazu führte?

Durand:

Ja durchaus. Also am Anfang hatte ich noch nicht verstanden, wie wichtig die Dressur ist. Ich habe da viel mehr  improvisiert und nach meinem Gefühl gearbeitet, aber ich habe dann sehr schnell gelernt, gerade nachdem ich deutsche Reiter beobachtet habe, wie wichtig es ist sein Pferd zu kontrollieren, präzise zu sein, ich habe dann viel methodischer gearbeitet, eben insbesondere in der Dressur und dann natürlich  im Hindernisspringen, um nichts dem Zufall zu überlassen.

Das Wichtigste ist schließlich das Pferd nicht zu drängen, nicht zu zwingen, sondern dass man dem Pferd zunächst einmal viel Respekt und Liebe entgegen bringt und sich dann im Spiel mit ihm entwickelt. Das Pferd muss immer Freude an allem haben.

Freude im Galopp

Koch Media:

Zum Abschluss noch eine Frage die dem Einen oder Anderen nützlich sein könnte: Haben Sie Motivationstipps, wenn es mal nicht so gut läuft?

Durand:

Wenn es Momente der Blockade gibt, dann muss man immer einen Schritt zurück gehen und wieder mit etwas Leichterem weitermachen.

Man muss immer zum Ziel haben, dass das Pferd von sich aus und natürlich die Dinge tut, wie man von ihm verlangt. Wenn es Probleme gibt, dann sind diese auch oft gesundheitlicher Natur. Deshalb muss man sein Pferd immer sehr gut beobachten, wie verhält es sich? Ist es wirklich gesund?

Der Umgang mit dem Pferd sollte immer sehr respektvoll sein, das ist ein sehr wesentlicher Punkt. Wenn es dann mal zu Problemen kommen sollte, ist es wie gesagt, das Beste einen Schritt zurück zu gehen und bei leichteren Übungen wieder anzusetzen.

- Interview mit Pierre Durand, 30. Oktober 2013 -