Hufrehe

Wo kommt sie her?
Eine Hufrehe kann durch mehrere Ursachen bedingt sein. Ihnen ist gemeinsam, dass sie zu einer Störung der Mikrozirkulation des Blutes im Bereich der Huflederhaut führen. Die Belastungsrehe entsteht durch Überbelastung des Hufes. Sie wirdz.B. durch Überlastung eines Hufes z. B. nach der Ruhigstellung des gegenüber liegenden Beines ausgelöst. Auch lange Stallphasen können Störung der Blutzirkulation zu einer Rehe führen.
Die Futterrehe ist die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche Fütterung verursacht. Eine Geburtsrehe kann durch Verbleiben von Kleinstteilen der Nachgeburt in der Gebärmutter entstehen. Hierbei kommt es zu einer bakteriellen Zersetzung und der Aufnahme von Toxinen in die Blutbahn.
Bei der Vergiftungsrehe werden im Darm ähnliche Vorgänge wie bei der Futterrehe ausgelöst. Vergiftungen können entstehen bei Aufnahme von Giftpflanzen wie z. B. Wicken, Robinie, Rizinus und Eicheln sowie durch Herbizide, Fungizide, Pestizide, Schimmelpilze und Pilzsporen.
Bestimmte Medikamente können die Ursache für eine Medikamentenrehe sein. Unter besonderem Verdacht stehen Cortisonpräparate. Eine Rehe kann auch als Folge- oder Begleitkrankheit beim Cushing-Syndrom, Schilddrüsenerkrankungen, Zyklusstörungen der Stute (Dauerrosse oder ausbleibende Rosse), Koliken (Vergiftung durch Dickdarmgärung) und Darmentzündung infolge von Durchfallerkrankungen sowie als Folge einer Hyperlipidämie (erhöhte Blutfette) oder Kreuzverschlags entstehen. Was passiert bei einer Hufrehe im Körper des Pferdes?
Im Huf kommt es zu einer Entzündung, bei der es zu einer lokalen Durchblutungsstörung mit Austritt von Gewebsflüssigkeit kommt. Dieser Flüssigkeitsaustritt verursacht durch die fehlende Ausdehnungsmöglichkeit im Huf starke Schmerzen. Darüber hinaus fördert der Flüssigkeitsaustritt den Ablösungsprozess der reißverschlussartig ineinander greifenden Lederhautblättchen (innen) von den Oberhautblättchen (außen).
Folgen können ein Absinken des Hufbeins in die Kapsel, eine Rotation des Hufes um das Hufgelenk, wobei die Hufbeinspitze zum Boden hin tendiert, oder die Kombination der beiden Varianten sein. Bei schwerer Rehe übt die Hufbeinspitze starken Druck auf die Sohle aus. Die Hufbeinspitze weicht dem Druck von unten aus indem sie sich verformt . In noch schwereren Fällen bricht die Hufbeinspitze durch die Sohle (Hufbeindurchbruch). Das Endstadium bildet das Ausschuhen, bei dem sich die Hufkapsel komplett ablöst. Wie erkenne ich eine Hufrehe?
Zu Beginn wird ein wärmerer Huf beobachtet. Der Kronrand ist leicht geschwollen. Die Pferde zeigen einen klammen, verhaltenen Gang. Die Schritte werden kurz und flach, später steif. Die Steifigkeit der Bewegungen wird beim engen Wenden des Pferdes besonders deutlich. An der Hinterseite des Fesselkopfs kann eine erhöhte Pulsation ertastet werden. Beim Abdrücken der Sohle mit der Hufzange zeigt sich eine erhöhte Schmerzhaftigkeit.
Sind nur die Vorderbeine von der Rehe betroffen, stellt das Pferd die Hinterbeine nach vorn unter den Bauch und verlagert das Gewicht auf die Hinterhand und auf die Trachten. Sind die Hinterbeine erkrankt, bringt das Pferd die Vorderbeine weit nach hinten unter den Bauch, senkt als Gegengewicht den Kopf und belastet die Hinterhufe abwechselnd. Ist nur ein Bein betroffen wird es dieses entlastet. Als Zeichen der Allgemeinstörung kommt es zu einer Erhöhung der Atem- und Pulsfrequenz, es kommt zu Fieber.
Weitere Anzeichen sind vermehrtes Liegen, Schmerzen und Unruhe. Was kann ich tun, um meinem Pferd sofort zu helfen?
Die sofortige Verständigung eines Fachmanns, Tierarzt, Heilpraktiker, ist bei der Rehe besonders wichtig. Ideal ist das sofortige und anhaltende Kühlen der befallenen Hufe mit sehr kaltem Wasser. Die Hufe können z.B. in einen Eimer mit kaltem Wasser gestellt werden.
Eine Kühlung der Hufe trägt dazu bei, den Entzündungsprozess zu hemmen und lindert den Schmerz. Eine sofortige Futterumstellung ist bei allen Arten der Rehe zu empfehlen. Es sollte nur Heu und eventuell einige wenige Äpfel und Möhren verfüttert werden. Das Pferd sollte auf einen weichen Untergrund gestellt und Stress sollte unbedingt vermieden werden. Heilungschancen?
Die Heilungschancen sind immer vom Grad der Erkrankung abhängig. Wie kann ich einer Hufrehe vorbeugen?
Ernähren Sie Ihr Pferd natürlich. Gerade in unserem Fertigfuttern verstecken sich oft Auslöser für eine Hufrehe. Achtung bei den Zusatzstoffen auf dem Futtersack Bei den synthetisch zugesetzten Vitaminen und Spurenelementen ( auf dem Futtersack als Zusatzstoffe deklariert) handelt es sich jedoch um hoch aufgeschlossene, "extrahierte", nicht in die Nahrungsbausteine eingebundene Verbindungen, die vom Körper im Darm zwangsresorbiert werden müssen. Die natürliche Kontrolle des Organismus, nur bei Bedarf Vitamine und Spurenelemente mit Hilfe von Enzymen aus der Nahrung auszubrechen, wird untergraben, und so gelangen nicht angeforderte Stoffe in die Blutbahn. Diese müssen hochgradig den Stoffwechsel belastend verarbeitet werden. Sie reichern sich im Organismus an und entfalten unter Umständen pseudohormonelle Wirkung . Die einzige Möglichkeit, diese Ursache für Nierenerkrankungen zu vermeiden, ist der komplette Verzicht auf die Zugabe von synthetischen Vitaminen und Spurenelementen im Pferdefutter. Allein die Erhaltung und Förderung der Fähigkeit des Organismus zur kontrollierten Resorption von Vitaminen und Spurenelementen ist ein Garant für ein intaktes Immunsystem, was widerum die Voraussetzung für einen gesunden Organismus ist. Achten Sie auf gutes Heu und Stroh. Auch der Weidegang kann zum Problem werden.
Durch die stetig ansteigende Begeisterung für den Pferdesport, entscheiden sich immer mehr ehemalige Landwirte Pferdepensionsbewirtschafter zu werden. Die ehemaligen Kuhwiesen werden mit Elektrozaun eingespannt und werden zu Pferdeweiden.
Leider wird aber meist nicht bedacht, dass das Grass, das auf diesen Wiesen wächst, nicht als Futter für Pferde gedacht war und auch nicht geeignet ist. Der Landwirt, der ehemals seinen Hof mit Kühen bewirtschaftete beschäftigt sich leider meist nicht ausreichend mit der Ernährung seinen neuen vierbeinigen Gäste und auch der Pferdebesitzer ist oft nicht ausreichend über die Bedürfnisse seines Pferdes, was die Ernährung angeht informiert.
Kuhweiden sind aufgrund ihrer Grasszusammensetzung eher ungeeignet. Sie enthalten zum Beispiel zuviel Eiweiß, welches die Kuh zur Produktion von Milch braucht, für das Pferd aber schädlich ist und unter anderen Erkrankungen einer der Hauptauslöser von Hufrehe ist.
Leider fehlen auf diesen Wiesen durch jahrelange intensive Bewirtschaftung in Form von Düngung mit Chemikalien und Unkrautvernichtung nahezu alle natürlichen Kräuter und die Giftstoffe haben sich im Boden angereichert. Sie werden nun vom Pferd durch das Fressen des Grases aufgenommen und können sich in seinem Organismus ablagern.
Das bedeutet, das Pferd bekommt nicht die Nährstoffe die es benötigt und nimmt zusätzlich Stoffe auf, die auf Dauer zu Schädigungen des Organismus führen können. Deshalb ist es besonders wichtig, ein Hufrehe anfälliges Pferd nicht den ganzen Tag auf die frische Weide zulassen. Eine überständige Wiese ist die bessere Wahl. Das alte Grass enthält weitaus weniger Fruktan, einer der Hauptauslöser der Rehe, als das im Wachstum stehende frische grüne Grass. Deshalb ist es auch ein Irrtum, dass eine abgegraste Wiese das Richtige für "Rehepferde" sei. Außerdem muss der Organismus dieses Pferdes zusätzlich unterstützt werden.
Wir haben gute Erfahrungen mit speziellen Kräutermischungen gemacht. Diese
Unterstützen den Stoffwechsel, können sanft entgiften und können einer erneuten Hufrehe in den meisten Fällen entgegen wirken. Aus unserer Erfahrung heraus empfiehlt es sich, diese Kräutermischung ganzjährig zu füttern und vor Beginn der Weidesaison eine Entgiftungskur zu geben.
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