Harmonisch über den Sprung: die Hunterklasse

Einmal mit dem eigenen Pferd an einem Turnier teilnehmen zu können ist für viele Amateurreiter eine traumhafte Vorstellung. Aber gerade für ältere Reiter, die entweder spät oder nach einer langen Pause in den Reitsport einsteigen, ist die Erfüllung dieses Traums oft sehr schwierig. Sie möchten zwar gerne an einer Springprüfung teilnehmen, haben aber keine Lust gegen Berufsreiter oder Jugendliche anzutreten.

Für Wiedereinsteiger im Springsport: die Hunterklasse

Eine gute Alternative zum eher leistungsorientierten und professionellen Turnierreiten bietet die Hunterklasse, eine Springprüfung für Spät- und Wiedereinsteiger ab der Altersklasse Reiter und Senioren, in der Reiter und Pferd für das harmonische Absolvieren von einem einfachen Springparcours und ein gepflegtes Auftreten belohnt werden.

Ursprung der Hunterklasse in Amerika

Seit 2005 ist die Springprüfung der Hunterklasse immer häufiger auf dem deutschen Turnierplatz zu finden. In den USA und Kanada gehört sie aber schon lange zu den beliebtesten Prüfungen überhaupt. Seinen Ursprung hat das Hunterreiten im Jagdreiten, dessen Grundgedanke eines harmonischen Miteinanders sowie klassischem, gepflegtem Auftreten von Pferd und Reiter jetzt in eine Springprüfung übertragen werden sollte.

Über Naturhindernisse geht´s bei der Hunterklasse

Erste Versuche endeten zunächst in einem verkürzten Springparcours, der auch aus einer Geländestrecke hätte stammen können. Seit 2008 wird die Hunterklasse deshalb in eine Hunterklasse Gelände unterteilt, bei der ein einfacher Geländeparcours entweder auf dem Reitplatz oder im Gelände absolviert werden muss und in ein Hunter Springen, bei dem ein klassischer Springparcours absolviert wird.

Harmonie zwischen Pferd und Reiter bei der Hunterklasse

Der Parcours selbst besteht aus 8 bis 10 einladenden Naturhindernissen – oder mit natürlichen Elementen wie Strohballen und Baumstämmen ausgestatteten Hindernissen – mit einer Hindernishöhe von 75 bis 105 cm. Dabei ist die Linienführung einfach, ohne enge Wendungen, schwierige Distanzen oder Kombinationen.

Harmonisches Miteinander

Anders als bei einer konventionellen Springprüfung wird in der Hunterklasse vor allem Sitz und Einwirkung, Rittigkeit, flüssiges Tempo und ruhiges Springen sowie die Harmonie und Gesamteindruck bewertet. Auch das gepflegte Auftreten von Reiter und Pferd fließt in die Beurteilung mit ein.

Bewertet wird dabei nicht in Noten, sondern in Punkten von 0 bis 100, bei der es Abzüge für Ungehorsam, Hindernisfehler und Fehler in der Ausführung gibt.

Wie ernsthaft das Hunterreiten mittlerweile auch in Deutschland betrieben wird, zeigt sich in der Einführung von einem Huntercup, der seit einigen Jahren angeboten wird.