Futterneid - Wann sollte man eingreifen?

Pferd_Heu_Fressen_Knabbern_BoxIhr Pferd ist eines der liebsten und sanftesten auf dem ganzen Hof, tut keiner Fliege etwas zuleide, doch kaum geht es um das Essen, da ist es nicht wieder zu erkennen? Futterneid ist ein sehr oft vorkommendes Sozialverhalten

Futterneid ist ein bei Wirbeltieren auftretendes Phänomen, welches die Konkurrenz zwischen zwei oder mehreren Tieren einer Art beschreibt. Meist geht es darum, das eigene Futter vor Mitstreitern zu verteidigen, dabei spielt es keine Rolle, ob die Mahlzeit nötig ist oder nicht. Der Kampf um Nahrung dient oftmals der Zuordnung einer Position, der Rangordnung, innerhalb einer Gruppe. Pferde haben, obwohl sie domestiziert wurden, keine große Verwandlung hinter sich gebracht. Sie sind also noch sehr ursprünglich in ihrem Aussehen und in den Verhaltensweisen. Von Generation zu Generation wurde weiter gegeben, dass die Nahrungsaufnahme eines der elementarsten Dinge im Leben ist. Darum ist es nicht verwunderlich, dass Konkurrenzverhalten innerhalb einer sozialen Struktur auftreten. Doch wie treten diese schizophrenen Verhaltensmuster auf, und wie können sie vermieden oder reduziert werden?

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Was kann man tun?

Kaum kommt man mit der Futterkarre in den Stall, schon entpuppen sich die einstigen Lieblinge zu Zicken und Monstern. Es herrscht Futterneid. Oftmals ist es nicht der Stress und die Unruhe bis ein Umdenken stattgefunden hat, sondern Verletzungen, die sich die Pferde im Konkurrenzkampf zu ziehen. In den meisten Fällen liegt es an der erzwungen Nähe zum Boxennachbarn. Pferde besitzen, wie wir Menschen, einen gewissen Sozialabstand. Wird dieser unterschritten fühlen sich die Tiere bedroht.

Abhilfe kann sehr einfach eine Verlagerung der Futterkrippe bringen. Diese wird dann möglichst weit vom Boxennachbarn entfernt angebracht. Ebenfalls kann das Umsetzen des Pferdes in eine andere Box Verbesserung bringen, eventuell zu einem befreundeten Pferd. Vielleicht kann auch der Sichtkontakt verhindert werden, sodass keine Konkurrenzsituation auftritt. Jährlinge und Jüngere sollten geschlechtlich getrennt und mit „Erziehern“, Oma und Opa, untergebracht werden. Futterneid ist ein natürliches Sozialverhalten und kommt innerhalb eines Sozialsystems regelmäßig vor. Um jedoch Verletzungen und zu großen Stress zu verhindern, sollte auf das Erscheinungsbild der Futterkonkurrenz geachtet werden. Nehmen die Konkurrenzkämpfe überhand, sind gegeben falls Maßnahmen zu treffen.