For ever young: Anti-Aging für Pferde (Teil 1)

Wer durch einen Stall geht, kann sich oft wundern. Viele Pferde, die dort stehen, sind krank. Bei „Tino“ ist es ein Sehnenschaden, „Paula“ hat Rückenprobleme und „Conti“ ein Magengeschwür. Viele Pferdebesitzer sehen ihren Tierarzt öfter als ihren Reitlehrer. Für Menschen, die viel Geld und Zeit für ihr Hobby „Reiten“ aufbringen, ist das ein ganz schöner Frust.

Andererseits gibt es Pferde, die bis ins hohe Alter super fit sind. Theoretisch können die Vierbeiner bis zu 35 Jahre alt werden. Solche Pferde sehen den Veterinär nur, wenn eine Wurmkur oder eine Impfung notwendig ist. Und sie arbeiten auch mit 20 Jahren freudig mit und buckeln vor lauter Lebensfreude, wenn sie nach draußen oder auf die Koppel dürfen.

Gibt es ein Geheimrezept, das Pferde bis ins hohe Alter gesund und fit hält? Die Redaktion von Pferde.de hat sich einmal aufgeschaut und einige interessante Informationen zusammengetragen.

Hormone
Hormone steuern viele Funktionen im Körper und sorgen beim Menschen dafür, dass Körper und Seele jugendlich und fit bleiben. Leider produziert der Körper nur bis zum Abschluss der Pubertät Hormone auf Hochtouren, dann geht es langsam bergab. Die Folge: Die Haare werden dünner, die Muskelmasse nimmt ab und auch die Lust auf Sex lässt stetig nach.
In der Humanmedizin versuchen Wissenschaftler den Alterungsprozess aufzuhalten, indem sie ihren Patienten künstliche Hormone geben. Auch manche Tierärzte haben Hormone entdeckt, um z.B. aus einem mäßig begabten Dressurpferd einen echten „Kracher“ zu machen. Spätestens seit dem Dopingfall von „Rusty“, dem Dressurpferd von Ulla Salzgeber, sind allerdings Hormone als Therapie bei Pferden negativ in die Schlagzeilen geraten. „Rusty“ war angeblich wegen einer Hauterkrankung mit dem Hormon Testosteron behandelt worden. Dieses Hormon sorgt beim Hengst z.B. dafür, dass im Hoden Samen produziert werden, oder dass die Stute paarungsbereit, also „rossig“ wird.
Wenn ein Tierarzt einem Pferd künstlich Testosteron zuführt, kann das Exterieur und die Leistungsbereitschaft eines Pferdes verbessert werden. Allerdings mit fatalen Nebenwirkungen: Zuviel Testosteron im Blut kann z.B. dazu führen, dass sich Ödeme im Muskel- und Sehnenbereich bilden. Aggressives Verhalten und Impotenz beim Hengst sind weitere mögliche Folgen.
Die Anwendung von Testosteron beim gesunden Pferd gilt daher als Arzneimittelmissbrauch nach § 3 Abs. 11 des Deutschen Tierschutzgesetzes. (Quelle: www.vetcontact.com).
Etwas anderes ist es, wenn der Hormonhaushalt beim Pferd natürlich gesteuert wird. Hormone sind ja körpereigene Stoffe, die ein gesunder Körper auch ohne chemische Hilfe bilden kann.
Das unglaublich einfache Rezept dieser Anti-Aging-Methode:
  • Gesunde Ernährung mit allen notwendigen Vitalstoffen.
  • Viel Bewegung in frischer Luft.
  • Erholung nach anstrengender Arbeit.
  • Kein Dauerstress.
  • Zuwendung und Lebensfreude.
(Quelle: „Siege werden im Stall errungen – Das Anti-Aging-Programm für Sport- und Freizeitpferde von Monika Krämer, FN Verlag). Teil 2    Teil3