„Dein Gegenüber ist lediglich ein Spiegelbild von Dir selbst“ – Pferdetrainerin Nadja Zolles bloggt exklusiv auf pferdeanzeiger.at!

Während endloser Ausritte durch die Wälder kam ich immer mehr zu meiner anfänglichen Überzeugung für das Natural Horsemanship zurück. Ich fing an, mich damit näher zu befassen, verbrachte die Nächte mit Büchern über diese Thematik, nahm am Wochenende an Kursen teil und lernte diverse Trainer aus diesem Bereich kennen. Wie es halt immer so ist, entwickelte sich aus allen Bekanntschaften ein neues Netzwerk und ich lernte durch Zufall Ian Benson kennen, bei dem ich mir eine Probestunde gönnte. Diese Stunde war für mich die Bestätigung meiner Überzeugung für diese Philosophie und nach weiteren Unterrichtsstunden der Beginn einer 5jährigen Working Student Zeit bei Ian. Ich begleitete ihn bei all seinen Kursen durch ganz Deutschland, bevor ich zusammen mit Ian nach Neuseeland ging, um täglich mehr zu lernen.  

Müsste ich das Erlernte bei Ian in einen Satz zusammenfassen, würde ich sagen: „Ich habe gelernt, mich selbst zu trainieren und zu verändern, denn Dein Gegenüber ist lediglich ein Spiegelbild von Dir selbst.“ Ian hatte eine große Farm mit über 20 Pferden, die ihm für seine tägliche Arbeit der Therapie für Kinder, Seminare für Teambildungsmaßnahmen, Reitunterricht in Einzelstunden und Kursen im Team, bis hin zu geführten Ausritten zur Erkundung der Weiten Neuseelands als Partner zur Seite standen. Es war eine Zeit, an die ich mich immer wieder gerne erinnere. So möchte ich mich an dieser Stelle nochmal ganz herzlich bedanken, dass ich dreieinhalb Monate dabei sein durfte. Während dieser ganzen Zeit habe ich am meisten über mich selbst gelernt und dass alles, was ich von meinem Pferd verlange und erwarte, von mir selbst ausgeht. Im Grunde genommen war nicht ich der Lehrer meinen Pferden gegenüber, sondern umgekehrt. Ich wurde mit Unterstützung von Ian immer ruhiger, konzentrierter und „hörte zu“ was die Pferde mir gestikulierend zum Ausdruck bringen wollten. Der tägliche Fortschritt und Erfolg mit dieser Art und Weise versetzte mich in eine Art Rauschzustand, der mich süchtig werden ließ. Ich war so glücklich und motiviert, dass mich nur die körperliche Erschöpfung zum Schlafen bringen konnte. Voller Glücksgefühle war ich endlich bereit, mich selbstständig zu machen und trat hoch motiviert mit tausenden von Ideen im Kopf die Heimreise an.

Zu Hause angekommen kümmerte ich mich um einen eigenen Internetauftritt und fing mit geringem Marketingaufwand an, mir Schüler zu suchen, denen ich mein bis dato erlerntes Können weitergeben konnte. Diese fand ich auch ziemlich schnell, indem ich zu Stallungen und Gestüten im Rhein-Main-Gebiet gefahren bin, um Plakate und Flyer zu platzieren. Des Weiteren fuhr ich auf Vorführungen mit meinem damals eigenen Pferd Kachino, den ich mir bereits vor meiner Zeit als Working-Student in Neuseeland gekauft hatte. Daraufhin kamen Anfragen in erster Linie für Einzelunterricht, die ich selbstverständlich alle angenommen habe, um mir einen Kundenkreis aufzubauen. Mit jeder Unterrichtsstunde entwickelte ich mich weiter, so dass ich bereit war, ganze Gruppen zu unterrichten. Somit konzentrierte ich mich auf Wochenendkurse für bis zu 8 Teilnehmer pro Tag, die ich auch bis heute noch favorisiere und auf meiner Homepage www.reitkunstbynadjazolles.de näher erläutere.

 Nadja Zolles_01B3

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